Offener Brief an die Lenker unserer Gesellschaft

Liebe Politiker,  Lobbyisten & Manager, die Ihr den Mut gehabt habt, hier in diese Gemeinschaft Gleichgesinnter zu treten, um zu lesen, wie die Stimmung in unserem Lande so ist.

Wir rufen Euch zu, dass auch Ihr, wie wir alle, Menschen seid und damit nicht nur biologisch vergänglich, sondern auch für das verantwortlich, was jeder in seinem Leben vollbringt, unterstützt und auf die Beine stellt. Dasselbe gilt besonders für die Dinge, für die wir die Verantwortung freiwillig übernommen haben und die wir im Namen anderer tun, die uns treuhänderisch ihr Vertrauen geschenkt haben oder die wie Kinder unsere Schutzbefohlenen sind.

Jeder wird das vor seinem Schöpfer, also sich Selbst und seinem Gewissen verantworten müssen. Und deswegen möchten wir Euch anregen, alles noch einmal zu überdenken.

Wirklich zu überdenken ob das, was Ihr da tut, mit Eurem Namen und vielleicht einmal mit Eurem Lebensandenken in Verbindnung stehen soll.
Niemand braucht einen weiteren Beweis, um festzustellen, das AKWs absolut unverträglich mit den Grundsätzen unserer lebensbejahenden Gesellschaft sind.

Keiner von uns kann ernsthaft mehr als ein paar Jahre vorausdenken oder sicher planen und wir wissen aus Erfahrung, dass Ihr so oft glaubt und geglaubt habt, dass Ihr Zeiträume gestalten könntet, die einfach unüberschaubar sind – 245.000 Jahre strahlt das Plutonium nun in Tschernobyl.

Es spielt hier keine Rolle, ob ein Reaktor in Deutschland oder in Fukushima beschädigt wird, explodiert oder strahlt, sondern dass jeder vor sich selbst und der Welt verantworten muss, was er durchgesetzt hat.
Ihr Lenker, die Ihr lenken wollt, Ihr seid dabei, jeden Tag ein Stück mehr mit Euren kurzsichtigen Entscheidungen unsere Lebensgrundlage und heile Zukunft in Frage zu stellen und Ihr verspielt dabei unser Vertrauen und Euer Andenken als Menschen.
Also seid Euch bewusst, dass die gewachsenen Vertrauensbäume durch unüberlegte Entscheidungen wie mit einer Motorsäge in nur einer Sekunde komplett vernichtet werden können.

Über kurz oder lang hat das zur Folge, dass wir als Volk die Amtsgeschäfte lieber selbst in die Hand nehmen und gemeinsame (Volks)Entscheidungen treffen, die wir vor der Welt und vor uns selbst auch voll verantworten können!

Wir möchten Euch daran erinnern, dass die heutigen Entscheidungen in der Zukunft neu und vielleicht vollkommen anders bewertet werden könnten –  ähnlich wie damals bei der DDR, als sich im Nachhinein z.B. die Grenzsoldaten unter den neuen Gesichtspunkten der BRD ihrer Taten haben verantworten müssen.
Und könnt Ihr wirklich Eure Taten verantworten, die mehr ein Verbrechen an der Menschheit sind, als erwachsene politische Entscheidungen?
Und würdet Ihr nicht selbst auch lieber bei Kerzenschein zu Abend essen als mit Atomstrom weitere Horrormeldungen über Rektorunglücke mitzuverantworten???

Nur, weil die Unglücksorte dieses Mal noch relativ weit weg von uns waren, wäre es doch Wahnsinn, zu glauben, dass wir nicht tatsächlich und unmittelbar, jetzt und immer davon betroffen sind!
Die Geister, die wir riefen, werden zu unserem Schicksal und dieses Schicksal kreieren wir JETZT.

Wir verurteilen Euch nicht dafür, dass Ihr offenbar Profit, Macht und andere eher niedere Dinge zu Euren Leitwerten gewählt habt, aber es wird diesmal in der Sache keinen Kompromiss geben! Ihr liegt falsch, wenn Ihr glaubt, dass Ihr uns in dieser Sache wieder aussitzen könnt. So wie Afrika bereits dabei ist, sich als Volk gemeinschaftlich zu erheben und für ihre Menschen- und Grundrechte mit ihrem Leben einzusetzen, so sind wir genauso bereit, für unsere Lebenswerte wie Freiheit, Frieden und Gesundheit mit aller Kraft einzutreten. Wenn Ihr also nicht begreift, was uns wirklich am Herzen liegt, dann wird dies zu Eurer selbst-gewählten Entlassung führen.

Alles Liebe,

eine Stimme

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Geschrieben am: 22. Mai 2011 | 1 Kommentar

bisher 1 Kommentar

  • Hallo, meine Hochachtung für die Haltung und das Verfassen des Briefes.
    Ich selbst habe die Hoffnung über diesen Weg etwas zu bewirken, schon lange aufgegeben. Inzwischen sehe ich die LenkerInnen als eine Klasse, die sich skrupellos selbst bedient und gegen die Bevölkerung versucht ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen. Ich weiss jedoch auch, das viele Menschen, das nicht so sehen und darum unterstütze ich diesen Appell. Viele Wege werden letztendlich zu einer schnellen Energiewende führen.
    Danke UweTom

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